Auch die „weiße Frau“ der Heidekamper zeigte er uns im Bilde. Das hing meisterhaft gemalt in einer Nische des langen Kreuzganges.
„Die einzige Sörine Heidekamp unter der langen Reihe außer meiner lüttgen Sörine. Leider bleibt die Ahnfrau nicht in diesem schönen Goldrahmen,“ meinte der alte Herr augenzwinkernd zu den Backfischen. „Nachts steigt sie heraus und legt sich in den Steinsarg, der ganz einsam unten in der Gruft steht. Schlag 1 Uhr setzt sie sich aber wieder in den Rahmen zurecht. Wenn Ihr da Genaues drüber hören wollt, müßt ihr euch an Frau Dietz wenden, die dem Herrn Direktor Haus hält, — die weiß Bescheid.“
Als wir Männer uns noch bei einer langen Pfeife zusammenfanden, — ein rechtes Tabakskollegium nach dem Herzen des Heidekampers, wurde das Beste dieses Ausfluges zutage gefördert. Herr von Heidekamp hat eine Stelle für unsern Harks. Morgen soll ich es ihm verkünden. Welch eine Befreiung für den alten Mann und seine leidende Gattin. So habe ich nicht zu viel versprochen: sein Lebensabend soll heiter sein.
Wir besichtigten noch das sonnige Altenteil, Harks künftige Wohnung, und in Sörinens Augen brannte ein ganzes Feuerwerk der Freude.
„Nun soll die alte Frau in dem sonnigen Hause recht gesund werden“, sagte sie strahlend. „Der Schulwart war immer so gut mit mir.“
„Ja“, fiel Herr von Heidekamp ein: „Zopfbänder hat er früher gekauft und der Sörine ins Haar geflochten, nur um sie vor Schelte zu bewahren. — Sie verlor ja alles, was nicht niet- und nagelfest an ihr saß. —“
„Aber die letzten habe ich mir alle aufgehoben“, meinte Sörine, „die werde ich schon anbringen, wenn ich sein Häuschen schmücke, — ach ich freue mich ja so schrecklich!“
Ja, Erne Sörensen, das ist das Wunderbare, das nicht zu Schildernde an dem Herrenhause da draußen, — dies große Freuen. —
Alle dort sind sie Meister in dieser Kunst.
Vom Heidekamper an bis zu seinem Schäfer herunter, der am Knick mit seinem Strumpf sitzt und mir sagte: „Aha, wat freu ik mi. Nu sin schon de lüttgen Käwer all wedder dor, un denn kommen de Immen ok all bald — ick freu mi bannig.“