„Im Gegenteil, Fräulein Stavenhagen, ich hatte Sie gerade heute bitten wollen, meiner Schwester noch ein Stündchen zu schenken, — ich war eben zerstreut, hätte auch Sörensen gern darum gebeten....“
„Was ficht Sie an, Hansohm! Der Mann hat heute sein Erdenkliches geleistet, — er war ja überall und nirgends. Seine ‚Höflichkeit des Herzens, die der Liebe verwandt ist‘, hat etwas Überwältigendes. Der braucht jetzt wohl Ruhe.“
„Ja, Menschenliebe! Sörensen könnte uns alle damit versehen. Aber sie ist nicht übertragbar“, sagte Hansohm ernst. „Immer war’s mir heute, als müßte ich zu ihm sagen: Bleib bei mir, du, — ich brauche dich! Haben Sie je etwas so Sentimentales gehört? Und noch dazu von mir, der in der Schule und auf dem Seminar der „Schlagetot“ hieß. Es muß die Heide und ihre Abendstimmung gewesen sein...“
Hansohm schloß die Haustür auf.
Kling, klang, kling schrillte der fröhliche Dreiklang.
„Kein Licht auf der Diele. Warten Sie einen Augenblick, Fräulein Doktor, — so da brennt das Lämpchen. Freut euch des Lebens, weil es noch glüht. Halloh, Lore, — gut Freund!“
Er öffnete die Wohnstube.
Da saß Lore im Sessel und schlief. Sorglich stand der Tisch für ihn gedeckt. Seine Pfeife war gestopft und lehnte am Stuhl, seine Hausschuhe standen bereit.
Alles atmete liebevolle Fürsorge.