„Da war ich auch. Bin aber ausgerissen. Wie die Sklaven wurden wir gehalten, das war mir das bißchen Heiserkeit nicht wert.“ Er sah ernst auf ihr abgezehrtes Gesicht. „Ich hatte gehofft, du würdest dich ordentlich pflegen und auskurieren....“
„Hattest du?“ spottete sie. „Es sieht dir ähnlich. Aber meine Gesundheit geht nur mich etwas an. Sie ist übrigens nicht schlecht. Ich habe eine zähe Natur.“
„Lisette, warum konntest du nicht ein neues Leben anfangen? Die Mittel gab ich dir reichlich....“
„Ja. — Alle Achtung vor deinem Portemonnaie. Aber für mich bedeutet neues Leben alles das, was nicht langweilig ist. Das kostet aber Geld. Dabei ist der Schwindel mir hier auch schon wieder langweilig.“
„Du nennst das Schwindel“, stieß Sörensen in bittrem Grimm heraus, „und dieser Schwindel bricht einer ehrenhaften Frau das Herz.“
„Welcher Frau?“ fragte sie erstaunt. Dann dachte sie einen Augenblick nach und lachte heiser. „Du meinst doch nicht etwa die Frau von dem Nußknacker, der mich herrief? Der tue ich doch nichts zu leide....“
„Und warum rief dich dieser Mann her“, fragte Sörensen scharf.
„O, ich denke mir, um ein bißchen Spaß in diesem langweiligen Nest zu haben. Und weil’s dich ärgert, Erne, er ist dir gar nicht grün.“
„Woher wußte er deine Anschrift?“