„Die gab ich ihm selbst. Ich schrieb durch den Wirt von den Sieben Steingräbern an ihn, da kommt er öfters zum Kegeln hin. Mein Geld war alle, und — alle Achtung, er hat mir ordentlich geschickt.... Aus Kollegialität, schrieb er. Und dann redete er mir dringend zu, nach Birkholz zu ziehen, um mich dir ein bißchen in Erinnerung zu bringen. Das hatten mir auch schon die Schwäger geraten. Die fanden mich schön dumm, daß ich mich so von dir wegschicken ließ.“
„Lisette, denkst du denn nicht einen Augenblick daran, daß du meine ganze Stellung hier untergräbst? Daß du den rechtschaffenen Namen schändest, den ich dir gab. Was tat ich dir???“
Die letzte Frage klang wie ein Aufschrei, und er bereute sie sofort und biß sich auf die Lippen.
„Ja, das ist ein Teufel, der mich plagt“, meinte sie sorglos. „Es ist wahr, du bist immer furchtbar gut zu mir gewesen. Aber es machte wirklich Spaß, euch alle an der Nase rumzuführen.“
„Erkläre dich näher....“
„Nun, der Herr Kahl meint doch, — es besteht irgend etwas Unsauberes zwischen uns beiden, mein lieber Erne. Meinst du denn, ich hätte ihm gesagt, daß ich deine Frau bin?“ Sie lachte schlau.
„O nein, das war ja gerade der Spaß. Der Nußknacker denkt, ich heiße Lisette Balian und — — — na ja, er hatte sich eine ganze lustige Komödie ausgedacht. Wenn der Lehrertag kommt und alle die Vorgesetzten da wären, da sollte ich eine Rolle spielen. O, der ist so schlau.
Aber ich kann ihn nicht ausstehen. Ich ging auf alles ein, was er sagte, weil’s so lustig war. Aber zuletzt sollte er hereinfallen. Das war für mich das Lustigste. Denn dann wollte ich allen sagen, daß ich gar nichts Schlechtes, sondern deine Frau wäre...“
„Lisette!!!“
„Ja, gelle, das hätte eingeschlagen, und ich freute mich so auf eure dummen Gesichter. Aber nun hast du mich gefunden, und nun ist die ganze Geschichte verkreckt.“