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„Also plötzlich verreist! Hm“, wiederholte Professor Traute die Worte des Professors Rasmussen. „Und in dringenden Familienangelegenheiten! Hat denn der Mann überhaupt Familie? Es ist merkwürdig, wie wenig man von ihm weiß.“
„Genügt aber, wenn das Wenige gut ist“, entgegnete der Kollege.
„Gut??? Na, das kann man wohl nicht so schroff behaupten.... Hm.
Und gestern mittag sprach ich ihn noch, und da schien er noch von nichts zu wissen — — und heute schon fort.....
Vermutlich ein Telegramm???“
„Vermutlich.“
Traute sah, es war aus Rasmussen nichts heraus zu holen. Ärgerlich ging er aus dem Direktorzimmer, worin sich Rasmussen als Vertreter niedergelassen hatte. Auf dem Flur begegnete ihm Kahl in großer Eile: „Komme vom Bahnhof“, raunte er dem Überraschten zu. „Hörte vom Friseur, daß ‚Er, der Herrlichste von allen‘, schon vor Tau und Tag aus Birkholz abgedampft sei, ordentlich gelaufen sei er, um noch den Frühzug 554 zu erreichen. Na, ich habe mir dann noch auf dem Bahnhof etliche Kilo Material gesammelt. ‚Er‘ ist genau nach demselben Ort gefahren, — na, Sie wissen ja Bescheid.
Unsauber, — im höchsten Grade unsauber, Kollege Traute, es muß ihm nächstens den Hals brechen....“
„Unglaublich“, staunte Traute und schoß in das Klassenzimmer, denn er hatte den Vertreter des Direktors „husten“ hören. —