Laß sehen:
„Ein gutes Mutterherz ist ein wahrer Kleinodienschrein Gottes. Und wahrlich: alle Schätze liegen vor mir ausgebreitet, du liebe Mutter! Du gute Mutter!“
Das ist doch ein fröhliches Ende meiner Einzeichnungen, alter Foliant.
Aber du mußt dich ohne den „fröhlichen“ Anfang begnügen. Ich bin ungeheuer einsam geworden. Aber nur außerhalb meiner Schule.
Das Lyzeum ist ja meine große, liebe Kinderstube, und sie kommen alle zu ihrem „Vater“, — diese wohltuende Überzeugung ist in mir fest geworden.
Aber die Eltern! Sie sind von Jahr zu Jahr störrischer geworden, mißtrauischer....
Nicht alle, gewiß nicht. Aber die meisten. Sie sind so überzeugt davon, daß es in meinem Leben einen Punkt gibt, den ihr kleinstädtisch-philisterhaftes Empfinden zu scheuen hat, daß sie mein einsames, strenges Leben eher stutzig macht, als zum guten Glauben bekehrt. Und Hansohm kannte sie nicht, wenn er damals meinte, ich könnte durch die Kinder an die Elternherzen herankommen. Wenigstens zeigt man es mir nicht.
So werden es auch viele töricht finden, daß ich nicht Schulrat werden wollte. — Weil wohl alle wissen, daß die Kinder an mir hängen, aber nicht, daß ich mit „güldenen Ketten“ an die 250 Kinderherzen angeschmiedet bin. —
Die „Großen“ haben mich fast alle allein gelassen.
Zuerst tat’s der Klaus Hansohm.