Der konnte das Grab nicht verwinden, das sich über seiner jungen Liebe schloß.
Ich ging zum alten, wunderlichen Fräulein Tingleff, wir hatten ein paar Beratungen, und dann rüttelte ich meinen jungen Freund zum Leben wach. Jetzt studiert er bei einem Meister des Gesanges in Berlin, aber wir hören nichts voneinander, weil er Birkholz vergessen mußte, um wieder singen zu können. —
Dann verließ mich Fräulein Doktor Stavenhagen, nachdem sie draußen in Heidekamp die Tochter vom Herrenhause bis zur Einsegnung unterrichtet hatte. —
Sie ging mit ihrer Schülerin zuerst ins Ausland und durfte in den darauffolgenden Jahren den jungen, dürstenden Augen unser Deutschland zeigen in all seiner Pracht. — Jetzt weilt sie allein auf einer Studienreise in der Schweiz — Dr. Hofer und ich haben sie ihr verschafft. —
Während jener Reisen hat oft der alte Freiherr bei mir gesessen, und das Grauchen war Stammgast in meinem Heim, bis sie die guten Augen schloß.
Aber ich selbst habe das Herrenhaus nicht wieder betreten, seit mir ein böses, unreifes Kind weh tat....
Nun habe ich dem alten Freiherrn wieder meine Frau Dietz geliehen, damit er wahrhaft betreut wird. Und ich selbst behelfe mich mit zwei unzulänglichen Lebewesen, die mir die Frau Bürgermeisterin verschrieb, genau wie einst Baurat Steinbrück mir es riet.
Nun fehlt nur noch die Heirat mit der „überaus häßlichen Kusine des Apothekers“, aber dazu bin ich noch nicht gut birkholzisch genug.
Freilich bin auch ich in Netze gefallen, — in die des alten Fräulein Tingleff. Ich konnte ihrem Werben nicht widerstehn und spiele allabendlich eine Partie Schach mit ihr. Sie vermißt ihre Hausgenossin sehr, und der alte Dingelmann hat die Mansarde nicht wieder vermieten dürfen. Fräulein Doktor soll sie unverändert wieder vorfinden, obgleich sie annimmt, daß ihre Möbel im Speicher modern. Das ist das rührende „Geheimnis der alten Mamsell“.
Auch Professor Rasmussen hat meine Schule verlassen, mir fehlt sein treuer Rat und sein gutes Gesicht.