Auf dem Schulhof vom Birkholzer Lyzeum wirbelt und tost es, lacht es und schreit.

Fräulein Nissen hat die Aufsicht.

Sörensen, der an seinem Schreibtisch im Direktorzimmer sitzt, sieht gar nicht erst nach dem Stundenplan. Er weiß es sofort, als der ohrbetäubende Lärm auf dem Schulhof losbricht, und sagt es geruhig vor sich hin: „Natürlich die Nissen.“

Dann erst tritt er ans Fenster und schaut kopfschüttelnd hinunter auf das Gewühl.

Wie eine Henne, die Enten ausgebrütet, flattert die Lehrerin zwischen den Mägdlein umher, und wo sich eine ruhige Gruppe bildet, wird sie aufgescheucht. Dabei scheint denn einige Disziplin in die Brüche zu gehen.

Prachtvoll jung ist sie, die Bande da unten. Eben meint Sörensen, die Siebenjährigen stießen diese hellen Juchzer aus, es sind aber die Backfische aus der zweiten Klasse.

Telse Lüders kräht wie ein junger Hahn.

Fauchend steht Fräulein Nissen vor ihr, das Sündenregister scheint endlos zu sein.

„Ei, so laß sie doch krähen!“ denkt Sörensen unpädagogisch.

Denn der Schulhof ist ja eigentlich kein Hühnerhof. Aber der Direktor weiß, daß Telse Lüders das einzige junge Kind alter Eltern ist, der die Schule viel Freude und Jugendübermut ersetzen muß.