Das Lehrerkollegium betrat ziemlich vollzählig das Zimmer.

Sie sprachen erregt durcheinander.

„Ne, erlauben Sie mal,“ rief Oberlehrer Kahl, setzte sich mit einem Ruck an den Tisch, schlug auf die Platte und sprang wieder hoch, „das is nich egal. Wenn ich was seit zwanzig Jahren in meiner Klasse eingeführt habe...“

„Dann ist es die höchste Zeit, daß es mal geändert wird.“

„Verehrteste Kollegin,“ rief Kahl spitz, — „ich pflege meine Sätze allein zu vollenden... Also, ich sage, wenn ich seit zwanzig Jahren was in meiner Klasse angeordnet habe, dann lasse ich es mir nicht von einem Neuerer einfach umstoßen.“

„Sehr richtig,“ sekundierte ihm Professor Traute.

„Ich weiß ja nicht, worum es sich handelt.“ Fräulein Stavenhagen blitzte Herrn Kahl ziemlich drohend an. „Ich höre nur immer meine Klasse und da wollt ich gehorsamst und submissest fragen, welche Klasse Sie meinen.“

„Na, natürlich doch die Erste.“

„So! Und mit welchem Recht?“