Denn die meisten Frauen sind glücklich unter einem Titel. —

Ich werde nicht zu befürchten haben, daß Harks über den Strang schlägt. Er ist ein rechter Hüter der Schulzucht. Daß er nicht wünscht, den einst so allmächtigen Feldwebel in dem Begriff „Diener“ untergehen zu sehen, kann ich ihm nicht verübeln. Und ich meine, der unermüdliche, alte Mann ist hier erst recht eine gute Kompagniemutter und in dem großen Betrieb wohl am Platze.

Heute nachmittag war Klassenkonferenz.

Ich werde mit diesen Dingen sparsam umgehen. Denn ich kann ja vieles selbst erledigen, und die schönen Nachmittage sind den Kollegen und mir gleich wertvoll. Aber dem Vorschlag von Oberlehrer Kahl, im Anschluß an die Schule zu tagen, konnte ich nicht beistimmen. Denn wichtige Konferenzen sollen nicht mit knurrendem Magen und Uhr in der Hand erledigt werden, und daß keine unwichtigen stattfinden, dafür will ich schon sorgen. Die heutige bedeutete allerdings viel Lärm um einen Eierkuchen. Wieder einmal die zweite Klasse!

Aber es schien mir, als sei diese nur vorgeschoben, als sollte eigentlich Herr Klaus Hansohm gezaust werden.

Die erste Enttäuschung für mich. — So rückständig ist Birkholz? Die Müllerlieder von Schubert ungeeignet für die zweite Klasse eines Lyzeums.

Himmel, zu welchen Verstiegenheiten sich die Herren hinreißen ließen. „Minderwertige Persönchen!“ „Frühreifes Gebaren!“ „Nicht scharf genug zu tadelndes Verlangen, das in der Schule verpönte Thema ‚Liebe‘ auf Umwegen kennen zu lernen.“

Wackerer Kämpe Hansohm! Er fuhr mit den Herren ab, daß sie heiße Ohren kriegten. Und ich ein warmes Herz. —

Oberlehrer Kahl focht einen unrühmlichen Strauß mit ihm.