Man hat mir Steine statt Brot gereicht.
Elternliebe ist das köstlichste Brot. Nun werde ich mein Lebtag hungrig sein.
In den Osterferien, bevor ich ins Erfurter Seminar eintrat, machte ich eine frohe Burschenfahrt ins Tal der wilden Gera.
Gerade im gesegneten Dörrberger Hammer sangen und tranken wir, da fing mein Herz schmerzhaft an zu zucken und zu schlagen...
Und eh ich mich’s recht versah, lag mein Felleisen in einem Abteil 4. Klasse, und ich überzählte meine paar Pfennige, ob sie wohl auch zur Rückreise von der nordischen Heimat nach Erfurt reichen würden.
Gerade recht kam ich.
„Immer hat der Vater nach dir gerufen,“ weinte leise die Mutter. — Guter Vater! Du erkanntest mich noch. Mein Kommen rief ein Lächeln auf dein liebes Gesicht, dessen ich eingedenk bleiben werde. Weil es schön und seltsam war, und noch heute mein einsames Leben hell macht in der Erinnerung.
Dann streicheltest du meine Hände, mein Gesicht, das sich über dich neigte. Rührend unbehilflich tatest du es, denn du mußtest eine äußere Zärtlichkeit gegen deinen Sohn erst in der Sterbestunde lernen.
Und während du mich liebkostest, sagtest du leise und dringlich. „Nur fein deine Kinder das 4. Gebot lehren.“
Das war dein letztes Wort. Du schliefst hinüber und sahst auf dem Totenbett nicht mehr klein und scheu aus, sondern wie jemand, dem eben der Herrgott zugerufen hat: „Ei du frommer und getreuer Knecht, sei mir willkommen!“