In diesen Tagen wird Baron Leo zurückerwartet.

Ich schreibe dies so nüchtern und ruhig hin, als berge diese Tatsache nichts Aufregendes in ihrem Schoß. Denn wenn ich je meine Kräfte zusammenhalten mußte, so ist es jetzt geboten. Auch nicht das geringste darf absplittern … Ich spüre es, daß ich an einer großen Wende stehe. –

In der Blauaughütte des Reiches Satafuna.

Der ehrenfeste Foliant, den ich im Nachen auf unsere wüste Insel mit hinübernahm, liegt vor mir und soll erfahren, was in dem gelben Büttenpapier steht, das ich in der Blauaughütte fand:

»Meine Gitti! Ich muß Dich so nennen, wenn Du Dich auch vielleicht innerlich ganz gegen mich verschlossen hast. –

Deine Tat, Gitti, – diese hochherzige, stille Tat ist das größte Erleben, das mir widerfuhr.

Und kein Schmerz und kein Glück meines Lebens, ja selbst nicht jener Weihnachtsabend im Tempel, reicht an diese Deine Tat heran. –

Ihr Wert liegt in der Stille, mit der Du sie ausführtest.

Wie danke ich Dir?

Über die Möglichkeit einer Dankabtragung gegen Dich sinne ich seit jenem Tage nach, da Leo mir von meinem Sohn erzählte. Er war nicht so zartfühlend wie Du, – er hat mir nichts erlassen, nicht einmal Deine schwere Erkrankung, den ›Wirbelsturm‹, der über Dich gegangen ist, meine blasse, weiße Rose. –