Tante Fernande als stellvertretende Brautmutter weint unablässig und ist kaum zu gebrauchen.

Eva sieht grau und verfallen aus.

So läßt mich alles allein.

Denn Baron Leo kann auch nur die nötige Haltung bewahren, indem er sich mit ungewohnter Strenge panzert.

Wie bin ich einsam in der heiligen Stunde, da sonst eine Braut am Mutterherzen ruht und sich alle Bangigkeit von treuen Lippen hinwegscheuchen läßt. Selbst Clemens-Hartmut muß der Feier fernbleiben. Was soll dies liebe, ernste, heißempfindende Kind bei solch seltsamem Fest?

Am nächsten Morgen.

Diese Zeilen trage ich nun in den ehrenfesten Folianten mit meinem neuen Namen ein. Ich heiße Brigitte Freifrau von Lage geborene Freiin von Lage. Gott segne meinen Ausgang und Eingang in das neue Leben! –

Unsere beiden Diener Jan Ulles und Ludwig geleiteten gestern unsern kleinen Zug mit Lichtern durch den Gang. Es durchschauerte mich seltsam … Einen Augenblick faßte Leo von ter Mählen meinen Arm fester. Wollte er mich zurückhalten? Oder glaubte er, ich würde die Besinnung verlieren? Groß und stolz sah ich ihn an, da murmelte er eine Entschuldigung. –

Vor der Tür zu Ritter Lages Zimmer ließ man mich allein. Wieder klopfte ich leise und öffnete sacht die Tür nur eine kleine Spalte. Denn ich hörte meinen Geliebten leise sprechen. War es ein Gebet? Ich faltete auch meine Hände.

… »schreibe mir meine Bitte vor, du, die ganze Weisheit und die volle Güte. Und der du mich von Ewigkeit an geliebt hast. Ja, deine große Sorge ist meine letzte Stunde. Du willst, daß sie glücklich sei, und um sie so zu machen, bereitetest du alles vor, vom Anbeginn des Lichtes … Lichtchen, bist du es?«