»Ist es Ihnen nicht recht?« lachte sie. »Es sind doch Michaelisferien.« »Aber Sie sagten mir doch im Juli in Ording, Sie kämen diesmal nicht …«

Der junge Lehrer fuhr dazwischen. »Habt ihr euch denn in Ording gesehen? Davon weiß ich ja gar nichts.«

»Ich hab dich ja auch seitdem noch nicht gesprochen, Manne« entgegnete Edlef zerstreut.

Aber Maren wurde rot und kam nicht mit den Worten zurecht und ihr Bruder schüttelte den Kopf. – Dann lief sie plötzlich hinaus, und die Männer sahen sich ratlos an.

»Warum geht sie? – Mag sie mich nicht leiden?« fragte Edlef ungestüm.

Manne Wögens staunte vor sich hin: »Sie hat dich vielleicht zu gern, Edlef Holgers.« Der fuhr sich durch den blonden Schopf. »Zu gern? Zu gern?« fragte er dringlich. Und mit tiefem Aufseufzen: »das wäre zu viel Glück!«

Da wurde Manne Wögens ganz fröhlich. – »Steht es so um dich, Edlef? Ihr beide ließet mich ganz im unklaren. Bande, die ihr seid! Heimtücker!« Er rüttelte Edlef. »Wach auf! Ich sage dir, du hast das große Los gezogen. Schwester Maren war allstunds mein guter Engel. Und der unserer Eltern. – Kinder, die das 4. Gebot lebendig in sich spüren, geben gute Frauen ab. Also, – von mir aus, – gratulor! Soll ich Maren hereinrufen? Oder willst du zu ihr? Oha, ich freu mich bannig, daß die Deern aus ihrer Volksschule herauskommt! Schwager Edlef, das ist heut ein schöner Tag!«

Da wachte Edlef Holgers auf. Mit seltsam erloschenen Augen sah er den Freund an.

»Sprichst du von deiner Schwester und mir?« fragte er heiser.

Der Lehrer sah ihn scharf an. »Bist du krank, Edlef?«