»Maren, – was sprichst du da?«

»Die Wahrheit, Manne. Aber sie zerdrückt mich fast.«

»Woher hast du die traurige Weisheit, Maren?«

»Vor einer Stunde hat sie mir der Kreisarzt gegeben …«

»Und Edlef???«

»Er ist in wichtiger Sache nach Husum. Mein Mannebruder, er erfährt es früh genug.«

Dann ging die Süße still, wie sie gekommen. Ich konnte ihr keinen Trost geben, das war bitterhart.

Nun falten sich immer meine Hände: Daß dieses herbe Frauenschicksal nur ein stilles Leid bleibe, gemeinsam getragen von zwei liebenden Gatten, die sich selbst genug sind. Daß mein Freund Edlef Holgers stark erfunden werde, sein junges Weib auf Händen zu tragen und durch alle Fährnisse der Hallig, insonderheit des Mutterhofes, zu steuern. Als da sind: »Kälte, Schmähsucht und Vereinsamung.« –

Ich höre die fünf unbändigen Luersenkinder bis hierher toben. Neun Luersens sind schon aus dem Hause … Machen trotzdem noch viel Sorgen und Mühen, und kaum das Brot schaffen können die hart arbeitenden Eltern für die fünf Jungen im Nest.

Warum …?