Nein! Mit Grübelfragen darf man sich auf einer Hallig nicht befassen. Die fressen hier gleich den ganzen Menschen auf. Wenigstens Herz und Hirn. –
Ich will an das Lied denken, das ich meiner Marenschwester an ihrem Hochzeitstage auf der Orgel spielte:
…
Der wird auch Wege finden,
Da dein Fuß gehen kann. –
Es war ein naßkalter, windiger Oktoberabend, da Edlef Holgers heimkehrte. Aber im »Jungteil« lachte ihm das freundliche Licht der Lampe entgegen, die seine Maren dicht ans Fenster gestellt hatte. An Heyens Lei mußte er denken. »Die treue Schwester wacht!«
Ja, alles war ihm Maren. Nicht nur sein liebendes und geliebtes Weib, nein, auch Mutter und Schwester in ihrer treuen Fürsorge. Wie er sich freute, heimzukommen von dieser ärgernisreichen Reise …
Da tat sich auch schon die Tür des Wohnpesels auf und zwei weiche Arme legten sich um seinen Hals. Er preßte sein Weib an sich und sah ihr tief in die Augen.
Wahrhaftig, sie wurde immer schöner. Er wußte nicht, was ihn mehr entzückte. Das strahlende Lächeln, womit sie ihn vor einer Woche entlassen, oder der stille Ernst, mit dem sie ihn heute empfing.