»Ach du,« sagte er glücklich, »ich will dich einfach Heimat nennen. Willst du? Schau hinaus, wie es regnet und stürmt! Bei dir bin ich im Himmel. Du! Du!« Er trank ihre Süße völlig in sich hinein. »Ich müßte nie von dir fortzugehen brauchen, – es ist eisig kalt, häßlich, öde draußen in der Fremde.«
»Du Peterle!« meinte sie. »Bist ja nur bis zum Kreuzweg gekommen.«
»Ja, – und da will ich auch immer umkehren fortan.«
Sie setzten sich auf das alte Thüringer Kanapee, das Manne der Schwester mitgegeben. Beim Essen erzählte Edlef von seiner Reise.
»Willst du nicht Mutter und Ahne erst begrüßen?« hatte ihn Maren gefragt.
»Nein, laß mich erst bei dir erwarmen«, entgegnete er zärtlich. »Sieh, ich bringe wieder Trübes zu den zwei alten Frauen, und solche Wege spart man gern auf. Ich habe Melenke nicht angetroffen. Wieder nicht. Ist es nicht unnatürlich, daß sie sich vor mir versteckt?«
»Was meint die Putzmacherin? Bei der wohnt sie doch?«
»Nn–ein. Das tut sie nicht mehr. Melenke wohnt allein. Ja, da kannst du wahrlich erschrecken, Maren, – ich tat’s auch. Und Melenkes jetzige Wirtin hat mir gar nicht gefallen. Wo das Mädel sei, wisse sie nicht. Wohl spazieren gegangen, – – kurz, sie redete so herum und sich selbst heraus. Mein Zug ging, ich mußte fort. Maren, nächste Woche fahren wir beide nach Hamburg, und da warten wir, bis Melenke kommt. Und nehmen sie mit. Sie soll hier Arbeit finden und Heimat kosten. Hast du Mut, Maren, dies widerwillige Holgersblut zu bändigen? Bist ja doch noch nicht allzu lange aus der Schulmeisterei heraus …«
»Mit Schulmeistern ist da wohl nichts getan«, meinte Maren ernst. »Da wird nur unsere Liebe helfen können. Ich will sie lieb haben, Edlef.«
»Du!!! …« Edlef bettete Maren ganz in seinen Arm. »Aber zuerst mußt du mich liebhaben. Kalt bin ich auf der garstigen Reise geworden. Komm, küsse mich! Mein Einziges …«