Und groß und gewaltig stand eine Sehnsucht in ihr auf. Die Sehnsucht nach einem Paar Kinderaugen, die sich doch nie für sie öffnen würden. Nach Kinderärmchen, die sich doch nie als süßestes Joch um ihren Hals legen würden.
Herrgott gib mir Kraft …!
Nach einer Stunde hatte sie sich durchgerungen.
Eine andere Maren schritt durch die Tür des Jungteils in den Mutterhof. Hoch und aufrecht mit ruhigen Augen und klarer Stirn. Aber der herbe Schmerzenszug, den Kinderlose zu eigen haben, blieb um ihren jungen Mund eingegraben. Sie hatte wohl erst sterben müssen, um recht leben zu können in lauterer, selbstloser Liebe zum Mutterhof und zu all den Menschen ringsum.
So wertete sich Maren Holgers in dieser Kampfstunde ihr Leid in Segen um. –
Ein paar Abende später saßen alle im Wohnpesel.
»Es ist ungutes Wetter«, sagte die Ahne und schaute nach dem Fenster, an dem der Sturm rüttelte. Ihr Spinnrad schnurrte, surrend tanzte die Spindel.
»Keinen Hund möcht man hinausjagen«, nickte Ohm Rickert.