»Sie spielen wohl steinerner Gast?« fragte er dann gemütlich und rekelte sich auf dem alten, ausgesessenen Sofa. »Kinder, was seid ihr auf der Hallig für Menschen! Fischblütige Gesellen übereinander!«

»Bleiben Sie hier?« fragte Edlef frostig. »Ich hätte wohl etwas mit – – Akke Luersen zu reden.«

Der Fremde lachte dröhnend. »Ja, dat muggst woll. – Der andere, der da vorhin saß, wollte auch etwas mit der schönen Deern reden. Aber der Teufel soll mich holen, wenn ich euch hier freie Bahn lasse.« Er nahm wieder einen großen Schluck.

»Wer war denn der andere?« fragte Edlef mechanisch.

»Einer von der Königswarf. Peder Claußen hieß er und war son büschen durchhin von der Liebe. Und er hatte es sehr hilde mit die Deern. Aber ich laufe euch allen den Rang ab, und sie möcht auch gern nach Hamburg und mag mich furchtbar gern leiden. Das hat sie mir gesagt.«

Edlef sah den halb Berauschten verächtlich an. »Ja, das tu du denn man,« sagte er halb vor sich hin, und verließ die Stube, ohne sich noch einmal umzusehen.

Draußen trottete er in wirren, dumpfen Gedanken. Manchmal war auch ein klarer dazwischen, der meldete sich: »Sieh, Edlef Holgers, das ist nun dein Leben. Verpfuscht hast du’s durch eine einzige Stunde, da du auf dein Blut hörtest und nicht auf Herz und Verstand.«

Der Regen klatschte ihm ins Gesicht und der Sturm wollte mit ihm ringen, – er fror trotz der Anstrengung in seinem dicken Düffelrock.

Jemand kam hinter ihm her.

»Hallo, Edlef Holgers, nimm mich mit. Mensch, was hast du für lange Beine!«