»Ihr sagt uns nicht alles«, rief Maren rasch. »Ihr habt Eure Tochter und den Säugling bei diesem Wetter von Euerm Haus verjagt? Ist’s so?«

Vadder Luersen reckte sich. »Arm ist unser Haus und bis obenhin voll Schulden und unnützer Fresser, aber doch zu schade für ein weggelaufenes Weib …«

Das angstvoll forschende Gesicht des Vaters strafte aber die herben Worte Lügen.

»Warum habt Ihr unsern Rat nicht früher geholt?« fragte Maren mit blitzenden Augen. »Die Akke gehört in Euer Haus.«

»Ja, früher einmal.«

»Das Recht verlischt nicht. Ihr habt sie verheuert. Mit Euerm Willen hat sie den Hamburger genommen.«

»Und mit ihrem eigenen. Das könnt mir fehlen, daß ich zu meinem bannig vielen Kinnerwarks auch noch Enkel sollt aufnehmen …«

»Beinahe möcht’ ich sagen: Schämt Euch, Nachbar Luersen!« rief Maren. »Aber Ihr seid verbittert. Deshalb leg’ ich nichts auf die Goldwage … Inwendig bei Euch sieht’s ganz anders aus. Ich habs immer gefühlt, daß die Akke Euer Spiegel ist.«

Vadder Luersen stöhnte auf. »Dat is ja nur, dat mi dat min Akke andeiht. Mien eigen lütte, söte Deern! Es ist die Schande. Daheim die jammernde Olsch’, – und in Hamburg der fremde Schwiegersohn … ›Halligpack‹ hat er ihr nachgerufen … Das Wort frißt einen Friesen auf. ›Halligpack!‹«

»Das Wort fällt von uns ab«, sagte Maren ruhig. »Und den, der’s aussprach, trifft es. Nehmt’s nicht wieder in den Mund, Vadder Luersen. Was soll der Hamburger Schmutz auf unserer reinen Insel?«