»Mein Bruder Manne?« fragte Maren heiser.

»De Scholmeester kann noch vun Glück seggen. De hat man blot de linke Hand braken, äwer Vadder Luersen …«

»Mein Mannebruder!« stöhnte Maren. »Und ich nicht bei ihm. Und was ist’s mit Luersen?«

Da sah sie, daß der Briefbote weinte. »Sin Fru und sin Kinners sin em verdrunken …! Herrgott, Fru Holgers …!«

Er sackte steuerlos in sich zusammen.

Die Magd jammerte laut. In Marens weißem Gesicht rührte sich kein Zug. »Ist seine Tochter Akke dort?« fragte sie heiser.

»Dat is ’t jo man. De weet von nix. De is hüt vör Dau un Dag mit’n Postschipper nah Pellworm segelt, un von dor gliks nah Husum. Se war dull in de Fohrt … Du grote Gott, ne, de weet von nix. Sonst weer se jo wohl dor. De is doch all ehr Dag dat Kücken west in Luersens Höhnerstall. –«

Maren hielt die Hände gefaltet. Sie murmelte tonlose Worte vor sich hin: »Die ist fort … Die weiß nichts … Frau und alle Kinder ertrunken …«

Der Briefträger stieß sie ein wenig an, damit sie sich besänne. »Ja, so was greift an, Frau Holgers«, meinte er betrübt.

Jetzt kam Edlef von den Ställen her.