»So geht das seit heute nacht, da das Unglück geschah«, sagte Manne. »Wir können ganz laut sprechen, er merkt nichts von seiner Umgebung und erkennt niemand. Maren, gottlob, du lebst und bist gesund. Und alles bei euch ist wohlauf. Ich hörte es, sonst säße ich nicht so ruhig hier.«
»Und wie geschah dein Unglück?« fragte Maren leise und zeigte auf die schwerverletzte Hand.
»Ach, nicht der Rede wert. Als wir die … Leichen aus dem Hause freilegen wollten, schlug ein Balken auf die Hand. Die Pastorin hat mich geschient. Morgen kommt der Doktor, er hat schon angerufen; sorg’ dich nicht, Marenschwester.«
Sie zitterte in seinem Arm.
»Ist noch weiteres Unglück geschehen?«
»Die auf der Lüttwarf sind obdachlos geworden«, berichtete Manne. »Der Pfarrer hat sie alle sechs aufgenommen. Drei alte Frauen sind drunter. Das Jammern ist groß bei ihnen, weil sie alles verloren haben.« –
Maren berichtete von der bangen Nacht im Mutterhof. Mit tief verfinstertem Gesicht hörte Manne zu, als sie von Akke erzählte. Scheu streifte sein Blick das reine, blasse Gesicht der Schwester.
»Wann will Edlef fort?«
»Bald, Manne.«
»Es ist notwendig, Maren. Die Hallig fordert es, unsere Heimat. So leid es mir für dich ist …«