»Auch soviel, Edlef.«
Die zierliche Frauengestalt mit dem blassen, verhärmten Gesicht unter der Friesenhaube stellte ihr Spinnrad beiseite. Das schwarze Kleid schleppte ein wenig auf dem sauberen Sandboden, und die schweren, silbernen Filigranknöpfe klirrten leise.
»So spät?« fragte sie.
»Gerade dasselbe wollt ich dich auch fragen«, meinte Edlef.
»Oh, – bei mir bist du’s gewohnt, Edlef, aber ich nicht bei dir.«
»Dich läßt wohl das Glück nicht schlafen, Hochzeiter?«
»Oder das Unglück, Tante Frauke. Manchmal kennt man die beiden nicht voneinander.«
»Wie wär das?«
Sie schob ihm ihren besten Stuhl hin, dessen Rücken- und Seitenlehnen kunstvoll mit hellem Holz eingelegt waren. »So nun erzähl’. Auf dem Stuhl hat schon mehr Unglück gesessen.«
Edlef berichtete stockend. Ganz von Anfang an. Er schämte sich. Auch der Zorn schoß ihm rot ins Gesicht. Er erzählte, wie er die Akke um jeden Preis hätte zwingen wollen, weil sie ihn toll gemacht habe mit ihrer Kälte. Dann erst, nachdem sie seine Braut geworden, habe er gespürt, daß alles Gute in ihm von ihr fortstrebe.