Und wandte sich zum nahen Priel.

Mit der Linken hielt Ohm Rickert ihn fest. Mit der Rechten löste er das kleine, schlafende Wesen aus Peder Luersens Arm.

Da warf sich der Irre in jäher Wut auf ihn. Beide fielen sie zu Boden. Aber Ohm Rickert schützte das Kind mit seinen Armen. Und ehe der Kranke sich wieder aufrichten konnte, hatte Rickert die Kleine weit von sich geschoben in dichte Bonnestave hinein. Es war erwacht und schrie jämmerlich. Vadder Luersen hörte die Klagetöne und warf sich aufs neue auf seinen Feind. Da rief Ohm Rickert gellend zum Mutterhof hinauf: »Maren! Maren!«

Es kam rasche Hilfe. Bei dem guten Wetter arbeiteten alle draußen im Hof und Garten. Maren rannte allen voran die Stufen hinunter. Sie und der rasch nachfolgende Knecht rissen den Kranken zurück. Er lachte gleich wieder, als er Maren sah, und ließ sich willig vom Knecht führen. Das schmutzige Kissen war auf die Erde gefallen, er hob es auf und schaukelte es heftig. –

»Christ Kyrie, das Lütte«, rief die Magd, und kniete bei Klein-Anni. –

Maren stand vor Ohm Rickert. Er blutete aus vielen Kratzwunden.

»Stützt Euch auf mich«, bat Maren liebreich und führte den Erschöpften. Der erzählte ihr stockend, was vorgefallen. Dann wandte er sich finster. »Ich gehör’ nicht hierher, – du hast mich fortgewiesen, Nichte Maren.«

»So führ’ ich Euch nun wieder hinein.«

Sie legte ihr weißes Halstuch um seine zerschundene Hand. »Uns ist beiden weh geschehen«, sagte sie sanft. »Nun muß ich Euch danken, Ohm Rickert, daß Ihr mir das Pflegekind rettetet. So seht Ihr, daß Gott Euch auf dem Mutterhof braucht und ich auch. Ihr seid mir sehr abgegangen all die Tage, Ohm Rickert …« Da war er schon wieder in ihrem Bann.

Und ließ sich geduldig in seine alte Behausung geleiten und all die häßlichen Schrammen von der weichen Hand verbinden. Und wie Frau Maren über ihn geneigt stand, raunte er an ihrem Ohr: »Ich denk allstunds gut vom Edlef.«