Da wurde ihr Gesicht sehr blaß und sie trat ein wenig zurück. »Das muß auch jeder tun in diesem Hause«, sagte sie fest. »Sonst müßt ich selbst dem Wunden dies Dach wieder verbieten. Sprecht nie mehr davon, Ohm Rickert, wenn Ihr mich lieb habt.«

Als nach einer Stunde Manne Wögens kam, ganz voll Sorgen über den Verbleib seines Schützlings, fand er ein sehr friedliches Bild. Vadder Luersen saß still an Klein-Annis Wiege, hielt das Wiegenband und bewegte sacht damit die Schwengel, wie er es von der ihm gegenübersitzenden Mutter Holgers sah. Das Kissen hatte man ihm fortgenommen.

Die Geschwister besprachen ernst den Fall.

»Du kannst ihn nicht bei dir behalten«, meinte Manne Wögens besorgt. »Das Kind würde immer gefährdet sein.«

Maren sah ihn ratlos an.

Der Lehrer legte die Hand auf die Schulter des Kranken. »Kommt, Vadder Luersen, wi willn nah Hus’.«

Aber Vadder Luersen achtete nicht darauf, und als ihn Manne fortziehen wollte, widersetzte er sich heftig und zugleich voll Angst.

»Laß ihn«, bat Maren. »Das verstört ihn mir wieder ganz. Ich will Ohm Rickert bitten, daß er sich hereinsetzt und auf ihn aufpaßt. Wir müssen dann mit dem Pastor sprechen, wie es weitergehen soll.«

»Wenigstens singt er doch das schreckliche Lied nicht mehr«, meinte Mutter Holgers. »Es kann wohl noch besser mit ihm werden. Und Platz zum Schlafen hat auch der Mutterhof für ihn.«

Maren geleitete den Bruder zur Haustür.