Dies trübe Grau in Grau würde er nun lange nicht sehen. Ein wunderliches Herzweh war in ihm, und er schalt sich selbst. »Halligbursch! Grundinsulaner! Es ist, als ob ich schon wieder Heimweh nach der Hallig hätte, und bin noch gar nicht fort.«

Er sah sich in dem wohlaufgeräumten Stübchen um, fand es leer und ungemütlich.

Reisefieber und ein unklares Gefühl von Verlassenheit rissen an ihm herum.

Da hörte er draußen Onnens Stimme. »Fort ist er. Sieh, da unten werden seine Sachen weggeschafft. Nomine, ich renne nach. Vielleicht erwisch ich ihn noch … kommst du auch?«

»Ich komme bald«, sagte eine herbe Stimme in wunderlichem Klange … Dann bog sich die Klinke herunter.

Das Heimweh in Manne Wögens Brust schwieg.

Er sah auf das tief erschrockene Mädchen mit gutem, frohem Blick.

»Bleiben Sie nicht auf der Schwelle stehen, Fräulein Doktor. Treten Sie ein! Lassen Sie auch den Onnen ruhig nach der Postfähre rennen … Warum sollen wir zwei Feinde nicht zum Abschied noch einmal die Klingen kreuzen?«

Sie suchte nach einer Antwort. Es schien nicht mehr die selbstsichere Nomine von einst … Dann hatte sie sich wieder in der Gewalt.

»Ich bin nicht mehr Feind, Manne Wögens«, sagte sie ruhig. Aber sie meinte, man müsse ihr Herz laut schlagen hören.