»Da fang die Ahne nur mit Edlefs Schatz an«, sagte Melenke schnippisch. »Was die alles sagt, da werden dem Bruder nochmal die Augen übergehn. Aber die darf sich alles herausnehmen und unsereins muß tun, als verstände es die Schnäcke nicht …«

»Schweig!« rief die Ahne wieder, und war so zornig, daß sie nach Worten rang und sie doch nicht fand.

Aber Edlef streichelte beruhigend ihre Runzelhand. Dann richtete er sich hoch auf und sagte entschlossen: »Melenke hat recht. Akke Luersen hat nie in den Mutterhof gepaßt. Das ist meine Schuld, daß ich sie herbrachte. Aber die mach ich wieder gut. Ahne, du hast der Akke und mir deine Zustimmung gegeben, aber noch hattest du uns nicht mit dem alten Holstenspruch zusammengetan: ›Up ewig ungedeelt!‹ Gott Lob und Dank sage ich jetzt. – Den Spruch bewahr mir auf, Ahne, hörst du?«

»Ich versteh die Welt nicht mehr, mein Enkel Edlef«, murmelte die Ahne. Und sie saß wie steuerlos in ihrem Ohrenstuhl. »Früher, da war ein Verspruch heilig wie die Ehe selbst, und jetzt …«

»Jetzt lernt man sich durch den Verspruch kennen«, ergänzte Edlef. »Ich bitte die Ahne, daß sie mir vertraut und daß sie mir ihren Segen aufhebt.«

»Für wen?« fragte Melenke. »Hätt’ nicht gedacht, daß sich der moralische Herr Bruder so auswächst …«

Da zeigte Edlef nach der Tür, und sie ging widerwillig hinaus. Ganz still wurde es zwischen der Ahne und dem Jungen. Edlef wartete längere Zeit auf ein gutes Wort. Als es nicht kam, verließ auch er langsam die Stube. –

Draußen in der Küche schluchzte die Mutter: »Ich bin der Garniemand. Ist’s wahr, was mir die Melenke schnackt? Du sagst der Akke auf? Und ich erfuhr es nicht von dir? Ist’s nicht auch mein Haus?«

»Mutter, das Haus gehört dir und uns allen, aber meine Ehr und meine Zukunft gehört mir allein. Das Zusammenkuppeln war eine Sünde. Nun mach ein gutes Gesicht, Mutter, – denn eine gute Zeit fängt an.«

»Wüßt nicht, wo sie herkommen sollt«, murrte die Mutter.