»Jawohl,« rief Lars Larsen, »und mich dünkt, es könnt nicht schaden, wenn die Glocken auf der Kirchwarf geläutet würden.«
Aber da wurde Boy Boysen ganz wild, und widersetzte sich so laut und heftig, daß der Vorschlag gleich fallen gelassen wurde.
»Das fehlte noch!« erregte er sich. Da wolle er sich dann nie und nimmermehr mit Genuß begraben lassen, wenn wegen jedem »Buh und Bah« geläutet würde.
»So lade ich euch alle am Tage von Edlef Holgers Ankunft in mein Haus zu gutem Schmaus und gutem Trunk«, sagte Lars Larsen.
»Junge, Junge, dat’s gewiß«, beruhigte sich Boy Boysen. »Eten und Drinken is beter as Läuten.«
Aber der Gemeindevorsteher stand immer noch an seinem Platz, und jetzt handhabte er die Glocke, als wolle er seinen Vorredner deutlich Lügen strafen. Oder auch, als wolle er nun etwas ganz besonders Frohes mit hellem Klange einläuten:
»Liebe Gemeindeglieder! Wenn wir nun unseren Halligbruder also ehren, was gebührt dann der Halligschwester? Was gebührt Mutter Maren?«
Da brach ein freudiges, erregtes Rufen los. »Ja, ja, Mutter Maren!« »Man zu, Gemeindevorsteher!« »Wi willn se ok ehren, uns’ lütt Mutter Maren!«
»Was Edlef Holgers draußen geschafft hat,« rief Ketel Boon jetzt freudig und laut, »das hat Maren Holgers drinnen getan. Im eigenen Haus und rings auf der Insel. Sie hat uns ein Armen- und Krankenhaus erspart, denn sie nahm alles auf den Mutterhof, was mühselig und beladen war.«
»Dat’s gewiß! Dat’s ekli wohr«, tönten die Stimmen durcheinander.