»Da giww du man noch’n Eten, Lars Larsen«, schlug der praktische Boy Boysen vor. »Für de Mutter Maren ok.« Aber dieser materialistische Vorschlag wurde mit lauter verächtlichen Blicken abgelehnt.

»Mein Rat ist so«, sagte der Gemeindevorsteher. »Wir schreiben eine schöne Widmung auf und sagen darin alles, was wir auf dem Herzen haben. Das soll ein guter, gewichtiger Dank für sie sein. Und in dem Schreiben wollen wir sie ›Mutter‹ nennen. Damit begraben wir zugleich das schlimme Vorurteil unserer Insel, daß nur die Frauen etwas wert seien, die der Hallig Kinder gegeben haben. Mutter Maren vom Mutterhof hat uns Liebe gegeben, und so sind wir alle ihre Kinder geworden.«

Da streckten sich viele Hände gegen ihn aus in freudiger Zustimmung. Es war nicht eine Stimme, die dagegen sprach.

»Willst du die Worte aufsetzen, Gemeindevorsteher?«

»Ich will’s.«

»Und wer soll sie Mutter Maren bringen?«

»Wir wollen alle hingehen. Denn uns allen hat sie wohlgetan. Das gibt einen stattlichen Ehrenzug!«

Da kam wieder freudige Zustimmung. Und dann gingen sie auseinander in dem Gefühl, einen sehr wichtigen und sehr glücklichen Tag erlebt zu haben.

Maren aber schmückte den Mutterhof.

Ihr eigen Herz war schon geschmückt. War ganz voll Liebe, voll Sonne, voll innigsten Verzeihens, und stand in Blüten.