Aber der Mutterhof sollte nicht minder festlich ausschauen, wenn der Herr endlich wieder einzog in seiner Väter Erbe, das die Gattin ihm verwaltet und treulich gemehrt hatte.

Der junge Schwager Onnen half Maren in eifriger Hast. Was würde das für ein köstliches Leben werden, meinte er, wenn erst der große Bruder wieder daheim sei, und all die geplanten wichtigen Unternehmungen nun Wahrheit würden. Wie würde Onnen daran wachsen! Und später die rechte Hand von Edlef werden!

Und »Mutter Maren« würde wieder das Lachen lernen! Das war noch das Schönste von allem!

In all das festliche Vorbereiten schickte Pastor Licht einen großen Schreibebrief. Er selbst lag immer noch zu Bett. – – – »Mutter Maren« hieß den Boten warten und packte ein Körbchen voll schöner Sachen. Lauter Kostproben von dem, womit Edlef empfangen und verwöhnt werden sollte. Und dann erst, als sie noch den Korb mit Blumen besteckt, die sie von den prangenden Fenstertöpfen abschnitt, und der Bote den Rückweg angetreten hatte, setzte sie sich mit dem Brief zum geruhigen Lesen nieder. –

Als sie etwas später aus der Haustür trat, da war ein Sturm über ihre Gestalt und ihr zartes Gesicht gegangen. Gebeugt und alt sah sie aus.

Eine Stunde darauf stand sie schon an der Postfähre und sah mit schmerzenden, brennenden Augen, wie das Segelboot zurechtgemacht wurde. Das sollte sie nach Pellworm bringen und von dort wollte sie nach Hamburg.

Sie sprach mit niemand über den Brief von Pastor Licht. Ruhig hatte sie ihre Anordnungen gegeben und das Haus bestellt für eine längere Abwesenheit. Ohm Rickert bekam eine Vollmacht, und Onnen erhielt ein paar Vertrauensposten. Mutter Holgers übergab sie das Kind, und als die alte Frau sie forschend und traurig ansah, legte sie die Hand auf ihre Schulter: »Ein schwerer Unfall, Mutter. Edlef … Er ruft mich.«

»Um Jesu willen, was ist? Wann kommst du wieder, Maren?«

»Das steht bei Gott.«