»Lieber, Lieber!« stammelte sie – »ich hab’ dich lieb!«

»Ja, das tust du. Süße Maren! Und ich wollte mehr … Wollte einen Sohn von dir haben … Mutterhoferben … Und nun hast du mir unsern Onnen gerettet. Solch ein prächtiger Erbe … Gott segnete dich, Maren … die ganze Hallig nennt dich Mutter … Das ist mehr, viel mehr …«

»Quäl dich nicht so«, bat sie. »Wir fangen ein neues, wunderschönes Leben an, Edlef, Liebster …«

»Ein neues Leben – Ja! Aber sag’ mir, Maren – nur das eine … warum hattest du kein Vertrauen zu mir???«

»Ich verstehe dich nicht, Edlef …«

»Nein, laß! Ich hab’ es dir vergeben. Aber es war nicht gut, nicht recht … Es paßte nicht zu euch beiden Aufrechten … Manne! Maren! Eine falsche Scham … Manne hätte es mir sagen müssen …«

»Was sollte er dir sagen? Um Gottes willen, Edlef, sprich weiter, was tat ich?«

Aber sie sah, wie die blassen Mundwinkel sich wieder mit Blut füllten. Und während sie es sorgfältig abtupfte und den Erschöpften labte, rang sie mit allen lichten und allen finsteren Mächten.

Edlef sah sie an. Voll Schmerz und Liebe. »Du, du, Maren! Warum? Ach, warum?«

Da schrie Maren auf. Und sank an seinem Bett in die Knie. »Edlef, hör’ mich! Sieh deine Maren an! Was man dir auch gesagt haben mag, – Lieber, rein weiß ich mich von jeder Schuld. Nie hab’ ich dir mit meinem Willen ein Leids getan. Nie!«