»Nun muß ich dich wieder küssen, damit du nicht reden kannst, mein klein Schulmeister«, sagte Edlef. »Wenn ich auch nur ein Bauer bin, so furchtbar dumm darfst du nicht schwatzen. Denn ich versteh auch gescheite Sachen. Eine sehr gescheite Sache ist zum Beispiel, daß du ganz bald meine Frau wirst.«

»Oh, oh! Ich bin gerade fünf Minuten deine Braut.«

»So langsam vergeht dir die Zeit? – – –«

»Edlef, mein Edlef, was werden deine Leute sagen? Ein armes Mädel auf dem Mutterhof. Und stolz noch dazu. Jawohl, übermäßig stolz, mein Edlef«, bestätigte sie ernsthaft.

»Sag noch einmal ›mein Edlef!‹ Es klingt wie Weihnachten.«

»Mein Edlef, was werden deine Leute sagen???«

»Ich bin der Herr vom Mutterhof.«

»Aber zuerst bist du der Sohn vom Mutterhof. Und dann ist da die Ahne, die hat wieder deinen Vater geboren … Denk daran, Edlef! Du sollst Vater und Mutter ehren!«

Marens feines Gesicht war blaß und ernsthaft. Sie sah ihn fast mütterlich mahnend an.

»O du Feines!« rief er zärtlich. »Du ganz Liebes! So wie du jetzt aussiehst, bist du wie ein Bild, so ein schönes, ernsthaftes Bildchen vom vierten Gebot. –«