»Mein Edlef, ich möchte so gern eine klare Antwort haben.«
»So gebe ich sie dir«, sagte er ernst. »Du bist willkommen auf dem Mutterhof! Genügt dir mein Wort?«
»Oh!« rief Maren selig, und nun reichte sie ihm selbst den roten, reinen Mund. »Ach, du, wie ist das schön, was du da sagst. Wie freu ich mich auf den Mutterhof! Wie hab ich eine Mutter entbehrt! Das ist kein Vorwurf für Bruder Manne. Aber ein Mädchen braucht Schwester oder Mutter … Wie will ich deine Mutter ehren! Edlef, ich hab sie jetzt schon lieb, ganz lieb. –«
Manne Wögens klinkte sacht die Tür auf. »Es ist unrecht, mich beim unvernünftigen Vieh zu lassen, während ihr Menschlein hier euch freut …«
Nun schmiegte sich Maren in seinen Arm.
Dann sahen die Geschwister sich in die Augen. Für Sekundendauer vergaß das Mädchen den Verlobten und ihr Glück. Denn des Bruders Augen waren feucht. Und sein Scherz war weh.
»Maren, mein Sonnenschein …«
»Bruder Manne, segne uns!«
All die blonden Friesenköpfe saßen wieder um den runden Tisch.