»Dat’s ’n kloken Frag’«, krähte Ohm Rickert. »Un ik würd seggen, de Herrgott hett nich uppaßt. Äwer wat seggt de Ahn dortau?«
Er freute sich beinahe, die alte Frau in Wirrnis zu bringen. Die Ahne nahm Karens Köpfchen in ihre Hände.
»Süh so, mein klein Deern. Das kommt nicht drauf an, wann man stirbt, sondern wie man stirbt. Die Pastersleut nahm unser Herrgott bei der Hand und führte sie vom Glockenstuhl hinweg in sein himmlisches Reich. Da waren sie in der Seligkeit und brauchten keine bange Sturmflut mehr zu erleben.«
Es war ganz still im Wohnpesel. Die Lampe knisterte fein. Der Wind draußen sang ein ruhiges Lied, – er hatte sich am Tage und in der Nacht vorher ausgetobt.
In die Stille hinein trat Edlef, der Älteste vom Mutterhof. An seiner Hand hielt er Tanten Frauke, die Einsame aus dem Altenteil.
Unfrohe, erstaunte Gesichter sahen sie an. Verhärmt und blaß stand sie unter den anderen Holgers. Ihre Hand legte sie auf Karens Köpfchen, aber das Kind zog sich scheu vor ihr zurück. Da nahm Onnen die kleine Schwester und ging stillschweigend mit ihr hinaus in den Schlafpesel. Edlef Holgers Stirn war tief gefurcht.
Er bedeutete herrisch seine Schwester Melenke, daß sie ihren Stuhl hergeben solle, und sie tat es unwillig. Den Stuhl setzte Edlef zwischen die Sitze von Ahne und Mutter und führte Tanten Frauke hin.
»So!« sagte er tief aufatmend. »Ihr sollt alle wissen, daß dies vom heutigen Abend an so gelten soll.«
Zuerst herrschte bedrückendes Schweigen.
Dann wandte sich Ohm Rickert, große Rauchwolken paffend, zu Edlef: