»Nomine war immer hungrig, hat sie mir gesagt. Und da haben wir beide, sie und ich, uns das für sie ausgedacht. Der Mutterhof verträgt’s.« –
»Hungrig ist die Deern? Hm. Hungrig nach die Wissenschaften? Gott schall mi bewohrn. – Nun, die Melenke ist auch hungrig. Hungrig nach das Leben. Denk dran, Edlef. –«
Nun waren sie auf der Königswarf angekommen.
Die Fenster des Königshauses, darinnen einst nach der letzten Sturmflut der König von Dänemark gewohnt, brannten in mildem Licht, Edlef konnte sich kaum genügen lassen im Anschauen des schmucken Baues. Aber er ging doch vorbei und bog den kleinen Seitenpfad ein, wo Peder Claußens Gehöft stand. Zaghaft klopfte er ans Fenster.
»Nur immer herein.«
Peder Claußen lag im dicken Federbett in der Döntje.
»Endlich!« rief er mit heiserer Stimme. »Ich kannt’ ja deinen Schritt, Edlef. Und wen bringst du da mit? Ohm Rickert setzt Euch.«
»Hast du mich denn erwartet, Peder?« fragte Edlef.
»Freilich hab ich. Natürlich ohne Grund. Bin von Mutter ins Bett gepackt worden, weil ich Lungenstechen und Halsschmerzen hab auf die schwere Not. – Und morgen soll der Verlobungsschmaus bei Luersens sein. Edlef, ich hoffe, du gibst uns die Ehr …«
Ohm Rickert schneuzte sich laut und heftig.