»Denn is ja allens in Ordnung«, krähte Ohm Rickert.
»Dann schwitz du dich man zurecht. Aber schwitz dich nicht deinen Verstand weg. Den kannst du morgen brauchen …«
Edlef zog ihn rasch mit hinaus und sie hörten noch das frohe, heisere Lachen des Kranken hinter sich her.
»Siehst du, Edlef«, sagte draußen der Alte. »Da heißt’s immer auf der Hallig: ›Inbillung is döller as Pestilenz‹, aber ich mein, für den Peder, das arme Suppenhuhn, is sie wohltätig.«
»Ja, bis morgen«, knirschte Edlef. »Aber dann?«
Und nun sprachen sie gar nichts mehr. Durch den Sturm kämpfte das ungleiche Paar sich schweigsam heim, bis der dunkle Mutterhof sie wieder mit seiner großen Ruhe umfing.
Es war wenige Tage vor Weihnachten.
An der Postfähre auf der Okkenswarf stand Lehrer Manne Wögens und wartete auf ein Paket, das ihm wichtige Bücher bringen sollte. Die wollte er sich selbst abholen und dabei gleich dem Postagenten die Tagszeit bieten. Das Segelboot des Postschiffers, das schon lange mit hohem Seegang kämpfend vor der Anlegestelle gekreuzt hatte, lag nun am Steg.
Der Halligbriefträger half die Postsachen ordnen, und ein junges, hochgewachsenes Mädchen in städtischer Kleidung dirigierte halb lachend, halb scheltend ein paar Knaben, die immer ein Bündel fallen ließen, wenn sie das andere aufhoben.