»Manne Wögens, Sie erzählen sehr harte Märchen …«

»Ich bin ja auch keine Mutter, Fräulein Nomine. ›Ein Vater lernt die Märchen aus einem Buch, einer Mutter erzählt sie der liebe Gott selbst.‹«

Nomine Holgers ging sinnend. »Ach ja,« seufzte sie dann, »wie konnte Mutter Wögens Märchen erzählen! Da lag die ganze Süße der Heimat drin. Aber der Sohn …«

»Dem haben Sie die Süßigkeiten aufgegessen …«, sagte der Lehrer schroff.

Nomine sah ihn zornig an.

»Ich wußte nicht, daß ›bunte Teller‹ unersetzlich sind.«

»Ja, sie sind unersetzlich. – Aber nun weiter mit dem Märchen. Die drei Kinder hatten sich trotz vieler Unstimmigkeiten und Reibereien lieb. Wohlgemerkt: die Kinder. Aber leider wurden aus ihnen Leute.«

»Da irren Sie, Wögens, ich meine: Aus ihnen wurden Menschen

»Wenn Sie dies Hochmütchen sticht, Fräulein Nomine, ich bin’s zufrieden. Also Menschen! Der Bruder Edlef und der Freund Manne wurden beide Schweinehirten … Oder stört Sie das? Kann ja auch Schaf- oder Kuhhirten sagen.«

»Das tut nichts zur Sache. Mir ist Schweinehirt die höchste Poesie durch Krischan Andersen.«