»Das ist schön. Mir auch. Aber nun kommt die Tragik. Das kleine, holde Mädchen hätte auch Schweinehirtin sein können, aber sie zog es vor – Prinzessin zu werden.«
»Wo liegt da die Tragik, Manne Wögens?«
»Darin, daß die Prinzessin nicht weiß, was sie dadurch verloren hat. Die Heimat schlechthin.«
»Das ist ein Irrtum. – Wohl hält mich die Universität mit stärksten Banden, aber ich trinke meine Heimat mit vollen Zügen, wenn ich einmal hier bin.«
»Wenn …! Lassen wir’s gut sein. Das Märchen ist aus. Hie Schweinehirt, hie Prinzessin! Die salzen See dazwischen und eine Welt von Vorurteilen … Und wenn sie nicht gestorben sind, so leben sie heute noch. –«
Sie gingen schweigend. Die Knaben mit dem Gepäck sprangen über die Wiesen, sie suchten sich den nächsten Pfad. Nomine und ihr Begleiter waren allein mit sich und ihren Gedanken.
Das Mädchen brach das Schweigen zuerst. »Nach dem, wie wir so wundervoll stumm nebeneinander hergehen können, sind wir die besten Freunde.«
»Nein, das sind wir nicht.«
Sie sah ihn finster an. »Der Schweinehirt kann sehr grob werden«, rief sie gereizt.
»Der Schweinehirt ist gar nicht mehr da. Er ist in sein Königreich gegangen und hat die Tür hinter sich zugemacht.«