»Da konnt die Prinzessin singen: Ach, du lieber Augustin, alles ist hin. Meinen Sie, Manne Wögens?«

»So sagt der Dichter Andersen. Ich aber sage: Das Märchen ist aus. –«

»Nun, so erzählen Sie mir Tatsachen. Wie geht es zu Hause? Was treiben die Nachbarn? Die erste, die ich aufsuchen will, ist – Tanten Frauke. Lachen Sie mich nicht aus. Ich möchte allen Ernstes diesen alten Baum noch verpflanzen. Indem ich Tanten Frauke bitte, mit mir nach Kiel überzusiedeln. Dort soll sie wieder leben lernen, nachdem sie so lange vegetiert hat. –«

Er sah sie tiefernst an. »Dies Vegetieren hat schon Ihr Bruder Edlef aufgehoben. Er hat Tanten Frauke einen Ehrenplatz im Mutterhof gegeben … Ihr gerühmtes Studium hat Ihnen den Gedanken an eine seelisch schwer Leidende ausgelöscht. – Vier Jahre früher hätten Sie den Baum verpflanzen sollen, aber Sie dachten nur an sich. –«

Sie warf den Kopf zurück. »Hätte ich nicht so großen Respekt vor Ihnen, Manne Wögens, würde ich sagen: ›Sie sind ein ganz unausstehlicher Schulmeister.‹«

Er verbeugte sich. – »Sieh, sieh! Also doch Respekt! Vor meinem Alter

Freimütig sah sie ihn an. »Ach nein, das lohnt wohl nicht. Aber vor Ihrer Bodenständigkeit. Freiwillig auf der Hallig zu bleiben, bei Ihren Kenntnissen, – bei Ihrem Hunger und Durst … Ich kann mir nicht denken, daß Sie genügsam geworden sind.«

»Bitte, darüber wollen wir beide nicht sprechen … Wen wollten Sie sonst noch besuchen?«

»Peder Claußen und seine Mutter. Er hat mich immer so schön verteidigt mit Nägeln und Zähnen, wenn Sie mich peinigten. –«

»Über Peder Claußen ist fressendes Leid gekommen«, sagte Manne ernst. »Wie über manchen andern … Aber Peder Claußen kann’s nicht umwerten in Segen. Er stirbt daran.«