»Ach nein, liebe Ahne, – so arg dürfen Sie sich nicht überheben,« fiel der Pfarrer mit gutem Humor ein. »So bockbeinig wie Sie sind meine lieben Thüringer noch allemal. Da haben Sie auch nicht das geringste voraus.«

Die Ahne sah ihn unsicher an.

Pastor Licht stand auf. »Ich gehe jetzt, Ahne. Es war ein Metzgergang und sollte doch ein schöner Friedensgang werden. Nein, nein, – laßt Eure Hände ruhig im Schoße liegen und quält Euch nicht damit, mir sie widerwillig zu reichen. Ich möchte sie jetzt gar nicht nehmen. Erst wenn Ihr recht davon überzeugt seid, daß auch der Mutterhof irren kann, und Ihr Euch noch einmal recht von Herzen wünscht, neben Peder Claußen auf dem Friedhof gebettet zu werden, – dann Ahne …«

Die alte Frau fuhr in fast jugendlichem Ungestüm auf.

Dann legte sie ihre Hände doppelt fest ineinander. »So darf sich unser Herr Pastor nur das Warten nicht verdrießen lassen«, sagte sie steif. –

Da ging der Pfarrer mit wuchtigen Schritten hinaus.

Auf dem Deich begegnete ihm Edlef Holgers. Er hatte alle Kerzen der Welt in seinen blauen Augen und wohl noch die ganze Süßigkeit auf den Lippen, die ihm Maren Wögens auf den Weg mitgegeben hatte.

»Guten Tag, Herr Pastor, immer gut zu Wege?« rief er dem Seelsorger strahlend zu.

»Der Weg ist nicht so arg gut«, gab dieser grimmig zurück. »Bin rascher vom Mutterhof weggekommen, als ich hinkam bei dem beschwerlichen Schneewetter. Aber die Ahne …«

Die Lichter in Edlefs Bräutigamsaugen waren mit einemmal ausgeblasen.