»Die Ahne ist ein Dickkopf«, brach er los. »Gott verzeih mir das Wort. Sie hat mich heut aus dem Haus vertrieben, wo ich so notwendig war. Die Hand gibt sie mir nicht, das Wort gönnt sie mir nicht …«

»Dickköpfe seid ihr Holgers all«, brummte der Pastor. »Seid allen Halligbauern darin über. Denn mit denen bin ich schon wieder auf gleich, nur mit Mutter und Ahne noch nicht. Und werd’ es auch nicht. Das sitzt zu verbohrt. – Wird eine nette Hochzeit werden, Edlef, wenn wir alle so vergritzt sind. Nun, ich geb’ euch zusammen und bleib dann still in meiner Studierstube …«

»Das tut uns der Herr Pastor Licht nicht an«, sagte Edlef dringend. »Eine Hochzeit auf dem Mutterhof ohne den Seelsorger auf dem Ehrenplatz, das gibt es doch nicht.«

»So leuchte ein bißchen in die verstaubten Ecken hinein, hast ja Liebe genug in dir, gelle?« rief Pastor Licht und kam stark in seine Thüringer Mundart hinein, wie immer, wenn er erregt war.

»Die Liebe hab’ ich, Herr Pastor, die hab’ ich«, rief Edlef. »Ach, die Maren, meine Maren, – sie macht einen ja völlig zum guten Menschen.«

»Da hat sie freilich bei Edlef Holgers schwere Arbeit«, neckte der Pfarrer. »Sorg nur, daß dein junges Weib geehrt wird, Edlef. Sie springt so ahnungslos in eure Traditionen hinein, – laß sie drin schwimmen, aber nicht ertrinken, Edlef.«

»Da sei Gott vor, Herr Pastor, ich weiß schon, was Sie meinen. Aber sie kommt auch aus einem Hause mit schönen Überlieferungen und wird gut in den Mutterhof passen. Sie sagte mir heut etwas von ihrer seligen Mutter, – das Wort hat mich froh gemacht für den ganzen Tag.«

»So gib mir von deiner Freude ab, Edlef, ich kann sie für den Heimweg brauchen.«

Edlef lachte glücklich.

»Die Maren sagte mir, – in der Freude wollt sie mein Weib sein, im Leid meine Mutter