»Halt auf, Edlef,« rief die Ahne, »ik war jo ganz beswiemelt.«

Und sie sah auf die lachenden Kinder und in lachende Dienstbotengesichter, die zur offenen Tür hereinschauten, um die fünfundachtzigjährige »Frau Mutter« tanzen zu sehen. Da wollte sie schelten, aber sie konnte es nicht. Denn der Edlef sah so strahlend aus, und auf dem sonst ewig grämlichen Gesicht der Mutter Holgers lag ein letzter Sonnenschimmer und verklärte es. –

»Geht an die Arbeit«, gebot die Ahne. Und sie drohte Edlef mit dem Finger und ging mit seiner Mutter aus der Stube. Die sah den Sohn gar nicht an.

Er aber lachte hell hinter ihnen drein.


Noch am Abend desselben Tages kamen Ahne und Mutter in Edlefs Stübchen. Drin saß der Enkel und las in seinem Lieblingsbuch »Friedrich der Große«. Die Ahne streifte es scheu mit einem Blick. Ihr hätte die Bibel passender für einen Hochzeiter gedünkt.

Er sah erstaunt auf ob des ungewohnten Besuches, der mit einer gewissen Feierlichkeit eingetreten war. –

»Mein Edlef,« sagte die Ahne mit nicht ganz fester Stimme, »Mutter und ich wollen dich fragen, ob du ein echter Halligbauer bist?«

»Der bin ich, Ahne und Frau Mutter, zweifelt ihr daran?«

Ein erleichtertes Aufatmen hob die Brust der Ahne.