Dem Lehrer schlug eine Lohe übers Gesicht.
»Und darf ich Sie, Nomine Holgers, daran erinnern, daß Sie mir vor Jahren einmal sagten: Wenn du jemals höflich zu mir wirst, Manne Wögens, dann werf’ ich dich zur Flutzeit in den Priel?«
Sie schwieg betreten.
»Was Sie für ein Gedächtnis haben«, sagte sie ablenkend. »Und immer für alles Dumme, was ich je gesagt.«
»Ohhh! Sie haben doch nach Ihrer Meinung auch viel Gescheites gesagt. Auch das habe ich nicht vergessen, – und werd’s nie tun. Hören Sie? Nie!« Er sah sie fest an.
»Dafür hab ich’s ja auch einstmals gesagt«, gab sie rasch und feindselig zurück.
Nun standen alle auf. Maren sehr bestürzt, daß die zwei lieben Menschen so erregt die Klingen kreuzten. Sie legte begütigend ihre Hand auf den Arm des Bruders. Da lachte er.
»Ohne Sorge, Lütten! Fräulein Nomine und ich sind immer Kampfhähne gewesen. Die tun nicht gut zusammen im kleinen Halligpesel …«
Einen Augenblick nur legte Nomine ihre Hand in die Rechte des Lehrers. Auch Edlef verabschiedete sich rasch, denn er merkte, da wollte nichts Friedliches mehr aufkommen. Fest umschloß er Marens Hand und sagte, sie zärtlich anschauend: »Morgen abend zur Koost!«