Die Unterhaltung ging weiter.
»Ist Herr Baldamus von Eik sehr krank?«
»Sehr.«
»Weiß man, was nun mit dem Bengel, dem Bertold geschieht? Kommt er nun endlich in Zwangserziehung?«
»Ich weiß es nicht. Jedenfalls nicht nach dem rauhen Haus, was doch das einzig richtige wäre. Für die Eiks wird ja aber immer eine besondere Wurst gebraten, und so soll Bertold Malcroix nach E. aufs Gymnasium kommen – – –«
»Aufs Gymnasium?« schrien sämtliche Frauen, mit Ausnahme von Frau Pfarrer Klingenreuter und Frau Doktor Hempel, welche still mit ihrer Arbeit beschäftigt schienen. »Das ist doch ganz unmöglich! Solch einen Buben in eine öffentliche Anstalt? Wenn er nun die Mitschüler massakriert? Das ist ja gemeingefährlich!!!«
Die Frau Bürgermeisterin antwortete erst eine Weile nicht. Sie war buchstäblich geschwollen vor Stolz und Mitteilungsbedürfnis. Denn sie wußte alles und noch ein bißchen mehr.
Erst nachdem sie sich zurecht gesetzt und eine tief heruntergefallene Masche ihres Strumpfes wieder auf den Pfad des Rechtes gebracht, kam sie mit dem Trumpf zum Vorschein.
»Unsere Rektorschule in Schwarzhausen verliert ihren Leiter,« sagte sie langsam, wichtig und betonend. »Rektor Tüllen geht als Aufpasser mit nach E., weil er den schlechten Charakter des Burschen kennt, und damit er selbst geschützt ist, wenn Bertold Malcroix seine zerstörenden Tobsuchtsanfälle bekommt, geht der Organist Brennstoff auch mit.«
»Herr du meines Lebens! Warum nicht noch zehn Hofmeister und seine ganze Sippe dazu?« eiferte die Frau Postverwalter.