Aber die Frau Postverwalterin Nehring war heute die Heldin des Tages.

Sie hatte ja die schwarzgekleidete Fremde, welche mit der Post ankam, gesehen und – erkannt.

»Blaß, – liebe Damen, war sie und verweint.« So lautete später ihr Bericht. »Weiß wie mein Tischtuch, wenn ich’s Sonntags auflege, und der Schirm zerlöchert; und das Kleid, – höchstens eine Mark fünfzig Pfennig das Meter bei Dingelmann und Sohn. Und der kleine Junge machte ’ne närr’sche ›Fichur‹, – ich weiß nicht, hat er ’n Buckel, oder war’s ’n Rucksack.«

Die Schwarzhausener beschlossen, daß es ein Buckel gewesen sei.

Acht Tage später waren schon in aller Morgenfrühe die Fenster samt den Spionen in Schwarzhausen besetzt, und junge und alte Leute drückten sich die Nasen platt, – Franziska Malcroix brachte ihren Sohn zur Schule. Und vor dem Schulhause nahm sie das schöne Köpfchen in beide Hände und küßte ihn auf die Augen. Dann ging sie heim.

»Na, nun werden wir doch endlich was zu wissen kriegen.«

»Wundern kann’s einen doch, daß der reiche Eik von Eichen dem Enkel keinen Hauslehrer hält.«

»Wenigstens bis zum richtigen Gymnasium.«

»Man kann gespannt sein, was es für ein Früchtchen ist.«

»Nun, auf den Kopf gefallen sind ja die Eik’s nicht.«