Könnte ich wohl dies kleine Buch mit meinen tiefinnersten Gedanken füllen, wenn mein Bertold neben mir säße?

Er würde mich stürmisch in seine urgewaltige Liebe reißen und mich ersticken mit seinen Küssen.

Es ist süß, darauf zu warten und in diesem kleinen Buch von ihm zu träumen. –

Eine Stunde später.

Die Nacht, die stille Mainacht ist hereingebrochen.

Vor dem geöffneten Fenster schluchzt klagend eine Nachtigall.

Frau Therese Teichmann hat mir die Lampe gebracht und nach meinen Befehlen gefragt.

Ich habe keine Befehle, ich habe nur den tiefen Wunsch, mein liebster Bräutigam möchte endlich bei mir sein, – er zögert lange. – Die Dienerin sah mich an, genau so seltsam ernst wie vorhin ihr Mann. Dann wollten wir beide scherzen, aber es gelang uns nicht.

Sacht strich sie mir über das Haar und die gefalteten Hände, die auf diesen Blättern ruhten. Sie hat etwas Mütterliches an sich, ich werde diese Dienerin sehr lieb haben.

»Eine ernste, stille Brautnacht!« meinte sie leise.