»So wird unser Leben hoffentlich um so froher,« rief ich dagegen, vielleicht lauter als nötig, – ich hatte viel Bangigkeit zu verscheuchen.

»Gott walt’s!«

Zwei Stunden später.

Ich bin schon ein paarmal aus dem Schlafe aufgeschreckt, der mich im Sessel überfallen hatte. Alles ist so totenstill um mich. Ich wage nicht die Tür zu dem großen, gähnenden Saal zu schließen und wage nicht, jene zu öffnen, welche das heimliche Gemach, das liebe, traute auf der anderen Seite für mich verbirgt.

Soll ich mich allein niederlegen? Der Schlaf wird mich fliehen, wenn er auch jetzt in öder Stille versucht, meine Augen zu schließen.

Bertold! Bertold! Komm! Ach komm! Ist denn niemand bei dem fremden Sterbenden, der dich ablösen könnte? Das Leben ruft dich, das süße, beglückende Leben. Dein junges Weib ruft dich und die Sehnsucht meines Herzens. Komm, ach komm zu mir!

Eine Stunde später.

Was ist dir jener Sterbende, Bertold? Warum findest du nicht ein paar karge Minuten Zeit, um zu mir zu eilen und mir ein liebes Wort zu sagen? Wie bin ich einsam!

Drei Stunden später.

Langsam dämmert der Morgen. Bleischwer liegt es in meinen Gliedern. Schon sendet die Sonne den ersten Schein über die dunklen Thüringer Berge, die von nun an meine Heimat sein sollen. – Meine Heimat ist Bertold.