Weh, ich bin heimatlos – – –
Den 19. Mai.
Soll ich die ersten Blätter mit ihren Seufzern und Tränen herauslösen aus diesem kleinen Buch? – – Ich will sie darinnen lassen, – sie sollen der Ring des Polykrates sein, die Opfergabe, den Göttern dargebracht.
Kann es nur so viel Glück auf dieser armen Erde geben?
Nicht nur in dem köstlichen Rausche der hingebenden Liebe liegt und leuchtet es, – – für mich ruht es weit mehr in dem Lächeln, das auf dem ernsten Antlitz meines Gatten erstanden ist, seit wir vereint sind.
»Der düstere Eik«, »der grimmige Eik!« Es paßt gar nicht mehr auf ihn.
So nannten sie ihn in Bremen und auch hier in seiner Heimat sind es seine Übernamen.
Er hat mir schon in unserer Brautzeit bekannt, daß der Jähzorn ein Erbteil der Eiks sei und daß seine Vorfahren ihn ganz besonders belastet hätten, aber er schreckte mich nicht mit diesem Geständnis.
»Jähzornige sind immer auch gut,« gab ich ihm zur Antwort und er küßte mich dafür.
Freilich ist seine Güte nicht augenfällig, – seine Augen schauen dreuend unter dichten, schwarzen Brauen hervor, sein Mund ist herb geschlossen und kein Bart verdeckt den verächtlichen Zug, der um die Winkel liegt.