O über jenen Augenblick, da mir so grausam die Augen geöffnet wurden!

Nun ist etwas zerrissen in mir, was sich nie wieder heilen läßt. –

O ich weiß, daß die Welt mich nicht verstehen wird. Es ist ja so etwas Alltägliches! Man kann darüber hinweggehen und lächeln. ›Man‹, aber nicht ›ich‹! Mir ist über dieser alltäglichen Geschichte das Herz gebrochen.

Als Bertold mich zum gemeinsamen Mittagsmahl aus meinem Zimmer abholte, da sah er, daß sein Glück zertrümmert am Boden lag.

Doch stand ich ganz ruhig vor ihm, – mir war’s, als sei ich gealtert um viele Jahre in den wenigen Stunden.

»Nicht deine Schuld trennt uns,« sagte ich ihm mit beinahe tonloser Stimme, so daß er sein Haupt zu mir neigen mußte, um mich zu verstehen, »uns trennt deine Lüge

»Du willst von mir gehen?« fragte er heiser, und seine Augen, seine lieben, dunklen Augen sahen mich wie erloschen an.

»Nein, – nicht von dir gehen, – nicht äußerlich – ich habe ja das Kind, – ich will ihm weiter Mutter sein.«

Kein Wort wurde sonst zwischen uns gewechselt. Bertold ging aus dem Zimmer und ließ sein Pferd satteln. Dann ritt er stundenlang in der Weite herum, und als er wiederkam, sah ich, daß er nicht mehr der »aufrechte Eik« war.

Nun soll das Leben so weiter gehen. –