Daß diese Isolierbaracken und alle die Vergrößerungen und Neuanschaffungen im Krankenhause Geschenke des alten Herrn von Eik waren, erschien nicht mehr als billig und ebenso richtig war es gewesen, daß Frau Franziska sich tatkräftig der Kranken und ihrer Pflege annahm, um die Schuld des schlechten Sohnes etwas zu versühnen.

Der alte, brave Teichmann schickte sich wirklich zum Sterben an.

Und so ruhig war er darüber, und so wenig Macht hatten die Schmerzen über ihn, daß seine poetische Ader nicht versiegte, sondern bis zum letzten Atemzuge kräftig quoll. –

Sein gutes Auge leuchtete, als Frau Franziska zu ihm trat; doch gleich darauf erlosch der Glanz wieder, und bekümmert schaute er seinen Liebling an:

»Das Fräulein – sollt an sich – selber denken – und mir nicht noch Zeit und Weile schenken,« flüsterte er zärtlich besorgt mit matter Stimme.

»So blaß sieht Fräulein Fränzchen aus, – ich kann’s nicht sehn und nicht verstehn, vielleicht liegt es am Eichenhaus, daß Lust und Freuden dort vergehn – –«

»Das mag wohl sein, alter lieber Hieronymus, aber davon wollen wir jetzt gar nicht sprechen, sondern nur sehen, wie wir dir Linderung bringen. Wie geht es Frau Thereschen? Ruht sie sich ein wenig?«

Er nickte matt.

»Sie hat sich Ruhe nie gegönnt, hat all ihr Lebtag nur geschafft, doch nun sie sieht, daß man uns trennt, da holt sie sich zum Schmerz die Kraft, – ich bin ohn’ Sorgen allerwegen, – kann ja mein Weib in Eiksche Hände legen.«

»Du Treuer! Frau Thereschen wird nie verlassen sein, wie du uns nicht verlassen hast in guten und bösen Tagen.«